Vilcabamba

David ist heute nach Quito geflogen und hat sich laut sms bereits in einem gemuetlichen Hotel einquartiert. Was er die naechste Woche in Quito macht, ist glaube ich auch ihm noch ein Raetsel. Aber er wird es euch sicher berichten.

Ich jedenfalls habe mich entschieden, noch eine Woche in Cuenca zu bleiben und zur Schule zu gehen . Die Leute da sind einfach toll. Mit dem Spanisch geht es immer besser und obwohl ich noch nicht wirklich fähig bin, eine richtige Konversation zu fuehren, so verstehe ich doch langsam aber sicher die dreckigen Witze, die die Lehrer und Moisés machen. Wenigstens habe ich eine relativ gute Grundlage, da ich lange genug in Marias und Flurinas Gegenwart war . Eine gewisse Verdorbenheit der Gedanken ist schon unentbehrlich.

Das Beste ist einfach, dass man die ganze Zeit etwas zum Lachen hat, die Lehrer hier sind wirklich anders. Moisés macht meistens in seinen Lektionen nichts ausser Witze. Seine Muttersprache ist ja spanisch und so koennen die Lehrer ihm eigentlich nichts mehr lehren. Einmal haben Moisés und ich mit ein paar Lehrerinnen eine Pizza zum Mittagessen in die Schule bestellt. Waehrend des ganzen Essens wurde nur gewitzelt und gelacht. Das gefaellt mir so, an den Leuten hier. Auch wenn ich nicht immer alles verstehe, entweder erklaert es mir Moisés oder ich versuche mit etwas Einbildungskraft mitzukommen. "Use your imagination", sagt Moisés immer. 

Natuerlich lerne ich nicht nur Witze, sondern gehe auch richtig zur Schule. Und wenn ich nicht in der Schule bin, treffe ich mich mit Leuten oder unternehme Ausfluege:

Letztes Wochenende zum Beispiel bin ich mit Moisés nach Vilcabamba, ein landschaftlich wunderschoener Ort, gefahren. Da man etwa 6 Stunden mit dem Bus fahren muss, haben wir einfach die Schule am Freitag geschwaenzt und sind am Morgen losgefahren. Mit suedamerikanischer Musik im Hintergrund war die Hinfahrt richtig entspannend und auch die Landschaft unvergesslich. Wir bekamen sogar Kekse und etwas zu trinken spendiert. In einem preiswerten Hotel mit entspannter Atmosphaere und netten Leuten blieben wir dann bis Sonntag. Der Besitzer persoenlich fuehrte uns bei unserer Ankunft herum. Dabei vergass er nicht zu beteuern, dass das Wasser im Whirlpool nicht braun sei, weil es etwa dreckig waere, sondern wegen Kraeutern, die ins Wasser gegeben werden. Trotzdem sah das Wasser am Sonntag, als der Whirlpool gereinigt wurde. viel sauberer aus und auch der braune Rand war verschwunden

Am Samstag reservierten wir einen 4-stuendigen horse riding trip, der um 10 Uhr Morgens begann. Das Wetter an diesem Tag war perfekt, die Sonne schien und es war trotzdem nicht zu heiss. Der Fuehrer war unglaublich toll und der ganze Trip wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Pferde waren kleiner und schwaecher als die, die ich von meiner frueheren Reitschule her kannte, aber dafuer unglaublich gut trainiert und erfahren. Sogar Leute, die noch nie zuvor auf einem Pferd geritten sind, koennen problemlos bei diesem Trip mitmachen. Mein Pferd, genannt Apache, war etwas ungeduldiger als das von Moisés und wollte immer etwas schneller gehen.

Zuerst ritten wir auf einer kleinen unasphaltierten Strasse, bis wir zu einer Bruecke kamen und von dort aus nur noch auf schmalen, steinigen zum Teil schlammigen Wegen den Berg erklommen. Die Aussicht war atemberaubend. Waehrend das Pferd von alleine den Weg ging, konnte ich die Aussicht auf die gruenbewachsenen umliegenden Huegel geniessen. Zwischendurch waren auch Wasserfaelle sichtbar, die durch die Blaetter schimmerten. Wir ritten am Bergrand entlang bis zu einer Huette, wo wir die Pferde anbanden und zu Fuss zu einem grossen Wasserfall gingen. Versteckt im Wald fiel der riesige Strom zu Boden und spruehte eine grosse Troepfchenwolke weit um sich. Schon der Weg dorthin war schlammig und als wir dort ankamen, waren wir alle ganz nass. Meine Turnschuhe waren so dreckig und durchnaesst, dass es mir nichts mehr ausmachte durch den Fluss zu laufen. Wir hatten keine passende Kleidung nach Vilcabamba mitgenommen, da wir in Cuenca noch nicht gewusst hatten, dass wir diesen Trip machen wuerden. Bikini und Badehosen hatten wir jedoch nicht vergessen und wir nahmen eine abkuehlende Dusche unter dem Wasserfall. Das Wasser war eiskalt, ich konnte kaum atmen. Aber ein Blick nach oben machte alles wieder wett. Von ganz nah zu sehen, mit was fuer einer Kraft das Wasser ueber den Rand schnellt und ueber dich faellt, aber auch die kleinen Tropfen am Rand des Wasserfalls und wie die Sonne sich darin spiegelt... es war noch besser als das letzte Mal am Chorro de Girón.

Als wir uns zitternd und schlotternd zu unseren Badetuechern begaben, hielt der Fuehrer schon heissen Tee bereit, den er in einer Thermosflasche mitgenommen hatte. Wir verweilten noch einige Minuten in der naehe des Wasserfalls und machten uns dann wieder auf den Weg zu den Pferden. Diese warteten geduldig auf uns, um uns wieder zurueck zum Hotel zu bringen.

Auf dem Weg zurueck, galoppierten wir Teile der schmalen Strecke, auf der einen Seite die schuetzenden Baeume, auf der anderen Seite der abfallende Berghang und vor einem erstreckt die atemberaubende Landschaft. Das Gefuehl dabei kann ich nicht in Worte fassen... ich kann zwar nicht fliegen, aber ich bin mir sicher das kam dem schon ziemlich nahe

Ein paar Minuten bevor wir beim Hotel ankamen, fing es an zu regnen. Aber so richtig heftig. Wir wurden pflotschnass, nichts blieb verschont. Mir gefaellt diese Art von Regen und die Abkuehlung kam recht. Den Pferden gefiel es offensichtlich auch, denn sie wollten einfach nicht unter das Dach stehen. Der Fuehrer war da ganz anderer Meinung, denn die Ledersattel hatten ihn ein Vermoegen gekostet. Nachdem er es geschafft hatte, sie doch unterzubringen, begleitete er uns noch zum Hotel. Wir gaben ihm 10 $ mehr als der eigentliche Preis gewesen waere (30 $). Das Erlebnis selbst war mir jedoch weitaus mehr wert.

Fortsetzung folgt...

--Fani

 

 

8.3.08 23:01

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(9.3.08 11:03)
Ljuba moja pustolovska potepuhinja, saj sem vedela, da ti je tako krasno, da nimas ne casa ne volje vsakih pet minut porocati, da je vse ok.... vsakih pet minut bi bilo seveda odlocno prevec, ampak pricujoce pismo je pa ze ucinkovalo kot tvoja opisana ozivljujoca ploha po dolgi susi! Danes imamo tukaj zelo soncno pomladno nedeljo, zdaj se mi pa zdi, da sonce se lepse, bolj svetlo in topleje sije. Majckeno upam, da nadaljevanje ne sledi sele cez 14 dni.....
Gotovo ti uspe narediti kaj fotografij? Ce imas moznost, bos morda naredila ze en CD iz vseh doslej narejenih fotk - potem bi lahko definitivno spraznila kartico in imela dovolj prostora za fotografiranje v nadaljevanju. No, pa saj imas verjetno vse to tudi pod kontrolo.
Bos se en teden pri isti druzini ali pa si se kam preselila? Fanika, princeska moja, zelim ti cudovit in spansko bogat cas se naprej. Pazi nase in ne pozabi, da moras biti previdna in pametna!
Objem in poljubcek, mami


Ruth (11.3.08 18:54)
Dir Fani steht der Abschied von Cuenca noch bevor. Atemberaubend und mit Worten nicht zu beschreiben, du erlebst wirklich Höhenflüge. Ich wünsche dir weiterhin eine intensive, schöne Zeit in Cuenca, ein nicht zu schmerzhafter Abschied und natürlich auf der weiteren Reise, dann wieder mit David, alles Gute. Ich freue mich, über weitere Abenteuer in diesem so schönen Land und grüsse dich inzwischen herzlich
Ruth


catherine (14.3.08 19:10)
hola hermanita
te quiero decir que me gustan mucho tus aventuras con los caballos en una naturaleza estupenda y maravillosa. leyendo tus comentarios me hace volar tambien, siento los olores, veo la belleza y los colores del paysaje, escucho los pajaros... todo se siente como una musica grande... una symfonia de la vida bella! te deseo que siquas asi, te extrano, te quiero te abrazo fuertemente, catherine

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